Landschaften der Seele erkunden


25. Januar 2019

Ina Deicke

Es gehört zur menschlichen Natur, dass wir nach tieferen Einsichten über uns selbst und unsere Welt suchen. Die Therapeutin Diane Poole Heller sagte es einmal so: As humans we are designed to heal.

Wir kennen verschiedene Wege, die Formen von Heilung ermöglichen. Seit Urzeiten gehören Fastenriten in der Wildnis – Visionssuchen – zu den wirkungsvollsten Wegen, um die Mysterien der menschlichen Seele zu erforschen, zu regenerieren und ein Stück weit ganz – heil – zu werden.

Aufbrechen, wenn das Leben uns ruft

Im Laufe unseres Lebens werden wir immer wieder herausgefordert  zu wachsen. Manchmal interveniert das Leben so heftig, dass wir uns wie durchgeschüttelt fühlen. Die Strategien, die bisher funktionierten, um für innere Ruhe und Zuversicht zu sorgen, taugen nun nicht mehr. Dann wird es Zeit und notwendig, sich für das Abenteuer einer Unterwelt-Reise, einer Reise hin zur Seele, zu entscheiden.

Diese Reise verschafft uns Abstand vom Alltag mit seinen Routinen und bringt uns in direkten Kontakt mit den Kräften der Natur. Wir brauchen die Wildnis als Schauplatz und Spiegel für die Reise zu uns selbst.

Visionssuche: Landschaften der Seele erkunden

Die wilde Natur schenkt uns ein tieferes Verständnis der zyklischen Gesetzmäßigkeiten des Lebens, Reifens und Erneuerns, sie hält und führt uns ohne zu werten.

Durch den zeremoniellen Rückzug in die Wildnis schmelzen unsere inneren Barrieren, die wir uns aus alten Glaubenssätze, Überzeugungen, Handlungsmustern, gesellschaftlichen Konventionen gebaut haben.

Wir erinnern uns an uns selbst, an unsere einzigartigen Begabungen, an unser innigstes Sehnen, an unsere tieferen Absichten.

Nach und nach beginnen wir Aspekte abzulegen, die wir uns im Laufe des Lebens aus Zuschreibungen anderer angeeignet hatten, meist ohne zu prüfen, ob sie überhaupt zu uns gehören. Nach und nach spüren wir uns selbst wieder. Nach und nach öffnen wir uns der eigenen Wesensessenz. In solchen Momenten wird das Herz weit und die Seele schwingt sich auf.

Es ist, als würden wir uns selbst hervorbringen und in ein neues Licht stellen. Unsere Zeugen sind die Erde, der Himmel, die Sonne, der Mond, die Sterne, der Wind und all die anderen Wesen um uns.

Erfassen, Verinnerlichen, Bedeutungen geben, Verkörpern

Seelenreisen gleichen heiligen Abenteuern und jede dieser Erfahrungsgeschichten ist einzigartig. Allen gemeinsam ist, dass wir Menschen sie brauchen: Wir wollen sie hören, daran teilhaben, Inspiration erhalten, daraus Mut schöpfen.

Geschichten von heiligen Abenteuern müssen geteilt werden, denn erst im Erzählen und Gehörtwerden entfalten sie ihre vielfältigen Bedeutungsebenen. Deshalb ist es wichtig, das eigene Erleben durch das Mitteilen zu verinnerlichen und ihm Bedeutung zu geben. Das schafft die Basis, von der aus wir beginnen in unsere neue Geschichte hineinzuwachsen und sie zu verkörpern.

Ernten und Feiern

Menschen, die während einer Visionssuche dem Wispern ihrer Seele lauschten, beschreiben diese Erfahrungen so lebendig, berührend und klar – allein das Zuhören gleicht einem Fest. Doch die Ernte ist weit reicher.

Eine Visionssuche wirkt über mehrere Jahre nach. Es ist kaum möglich, diese Erfahrungen zu vergessen, zu ignorieren oder den Alltag drüberwuchern zu lassen.

Noch während wir da draußen sind, beginnt in unserem Gehirn ein neuronaler Umbau. Weil wir mitten im Geschehen sind, spüren und fühlen, saugen die Zellen unseres Körpers diese neuen Informationen geradezu auf. Unsere Herzfrequenz schwingt sich auf die Frequenz des Magnetfeldes der Erde ein. Es ist, als würden wir uns mit dem natürlichen Rhythmus der Erde synchronisieren.

Darüber hinaus ernten die Teilnehmenden:

  • ein klareres Gespür und tieferes Verständnis für sich selbst und die menschliche Natur
  • die Fähigkeit, sich in Phasen von Veränderung und Wandlung anhand der natürlichen Gesetzmäßigkeit zu orientieren
  • die Gewissheit, dass sie sich durch schwierige Momente hindurch bewegen können
  • mehr Unabhängigkeit, Zuversicht und Mut
  • ein erweitertes Selbstbild
  • Selbstmitgefühl, Selbstvertrauen, Gestaltungskraft
  • mehr Klarheit und Ausrichtung für zukünftige Entscheidungen
  • Verbundenheit mit sich selbst und anderen und der Erde

Es gibt eine Vitalität, eine Lebenskraft, eine Energie, eine Anregung,

die durch dich in Handlungen umgesetzt werden,

und da es dich über alle Zeit hinweg nur einmal gibt,

ist dieser Ausdruck einzigartig.

Und wenn du ihn blockierst,

wird er niemals durch ein anderes Medium existieren, sondern verloren gehen.

Martha Graham

 

Hier findest du Konkretes zur VISIONSSUCHE 2019 in den Apuanischen Alpen